Die stadtgeschichtliche Dauerausstellung hat im Hornmoldhaus eine ideale Bleibe gefunden: Auf rund 400 Quadratmetern erfahren Sie, wie sich der Raum Bietigheim-Bissingen von seinen Anfängen zur Zeit der Römer bis etwa 1970 entwickelt hat. Aus der unmittelbaren Konfrontation mit sichtbaren Zeugnissen vergangener Zeiten lässt sich dem Alltag unserer Vorfahren nachspüren. So kann der Besucher etwa Näheres über das Leben und Arbeiten auf dem römischen Gutshof „Weilerlen“ erfahren. Als besondere Anziehungspunkte gelten die Malereien des Hauses und besonders der Sommerstube sowie das Erwin-von-Baelz-Kabinett, das an den in Japan wirkenden Bietigheimer Mediziner erinnert. Weitere interessante Exponate sind das Weinregister und das Stadtmodell.
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Erwin von BaelzErwin von Baelz ist der bekannteste Arzt, den Bietigheim hervorgebracht hat, obwohl er nie in seiner Heimatstadt praktiziert hat. Aus der japanischen Medizingeschichte ist er jedoch nicht wegzudenken. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts hat er die moderne westliche Medizin in Japan eingeführt. Baelz wurde Leibarzt des Tenno und wird bis heute verehrt. Er erkannte die heilende Wirkung der Schwefelquellen in Kusatsu und begründete damit den Aufstieg des Ortes zu einem der führenden japanischen Kurorte. Im 50. Todesjahr von Baelz 1963 wurde die besondere Partnerschaft einer kleinen schwäbischen Stadt mit einem Kurort in Fernost vollzogen.
Das StadtmodellDas Stadtmodell zeigt Bietigheim um 1830. Bis zu dieser Zeit war die Stadtbefestigung noch weitgehend erhalten, erst dann begann der Abbruch von Teilen der Stadtmauer und der Befestigungs- und Tortürme. Im Vordergrund ist der im 18. Jahrhundert eingerichtete staatliche Holzgarten zu sehen. Hier wurde das Holz, das in Flößen aus dem Schwarzwald kam, an Land gezogen und verkauft. In der Nähe war auch der städtische Zimmerplatz.
Das WeinregisterUnter dem Vogt Sebastian Hornmold wurde im Jahre 1550 die Bietigheimer Weinrechnung begonnen. Sie war eine Berechnungsgrundlage für den Weinhandel in der Stadt. Die Preise, die erwirtschaftete Menge und die Qualität des Weines wurden Jahr für Jahr darin festgehalten. „Zimlich viel und gut“ ist etwa für die Ernte des Jahres 1731 notiert worden. Das Bietigheimer Weinregister wird bis in unsere Zeit durch den Oberbürgermeister fortgeführt.